DIY Landhaus Renoviert - Step by Step

Tapeten entfernen in 3 Schritten

6. Juni 2019

Tapeten entfernen ist so eine Sache. Das Ergebnis überzeugt, aber der Weg ist steinig. Damit ihr nicht verzweifelt, habe ich euch eine kurze Anleitung geschrieben – in 3 Schritten tapetenfrei!

Was habe ich mich darauf gefreut, endlich die bunten, kaputten, müffelnden Tapeten in unserem alten Haus auf dem Land zu entfernen!

Bis zu dem Moment, in dem ich merkte, dass es nicht so leicht ist, wie einem zahlreiche Ratgeber weis machen wollen.

Frohen Mutes marschierte ich in den Baumarkt, erstand einen so genannten Tapetenigel und eine Sprühflasche, und fing an, die ersten Meter Tapete anzuritzen und mit Spüli zu wässern.

Darauf folgte die große Ernüchterung recht schnell. Im Eingangsbereich machte es zuerst noch so viel Spaß, wie ich erwartet hatte – die dunkelrote Tapete ließ sich in einigermaßen großen Bahnen abreißen. Aber dann war Schluss mit lustig. Denn unter dieser Schicht befand sich eine geflockte Strukturtapete aus den Sechzigern. Kennt ihr die noch, mit dem charmanten, erhabenen Blumenmuster? Tatsache ist, dass diese Tapete offensichtlich wasserresistent ist. Und so kratzte ich millimetergroße Fitzelchen von der Wand. Also echt, so hatte ich mir das nicht vorgestellt, das Entfernen der Tapete.

Im Wohnzimmer habe ich dann beschlossen, dass es so nicht weitergehen kann. Denn die Raufasertapete entpuppte sich als ebenso widerspenstig wie die Flockentapete. Und so habe ich mich an eine ausführliche Internet-Recherche gemacht.

Also – bevor ihr euch den gleichen Stress macht, und ebenso gefrustet den Igel in die Ecke schmeißt… Hier sind meine Tipps:

Material
  • Dampftapetenablöser: Kauft euch einen. Ernsthaft. Die sind gar nicht so teuer, unserer hat rund 30€ gekostet – und meinen Verstand gerettet.
  • Tapetenigel: Es gibt große an einer Teleskopstange und kleine, die eher aussehen wie eine Maus (eine Maus für den Computer. Bei den ganzen Tiernamen kommt man ja ganz durcheinander…). Ihr wollt den großen Igel haben. Glaubt mir.
  • Metallspachtel: Ganz schlicht und einfach aus dem Baumarkt. Meiner Erfahrung nach am besten etwa 10 cm breit.
  • Eventuell Abdeckplanen für den Boden
  • Arbeitshandschuhe (es gibt schmale, rutschfeste aus Gummi im Baumarkt)
  • Große, reißfeste Müllsäcke. Viel mehr, als ihr erwartet.
Tapetenfrei in 3 Schritten
  1. Bearbeitet die Tapete mit dem Igel. Hier ist Einsatz gefragt, schließlich soll das Wasser ja auch schön in die Tapete einziehen und den Kleber lösen.
  2. Jetzt kommt das Dampfgerät zum Einsatz: Bei mir hat es am besten funktioniert, maximal 1 Quadratmeter auf einmal zu „bedampfen“. Dabei den Aufsatz mindestens 20 Sekunden an die Tapete drücken und mit dem nächsten Quadrat weitermachen. Wenn man größere Abschnitte bearbeitet, trocknet die Tapete wieder, und das ist ja nicht Sinn der Sache.
  3. Die behandelten – jetzt ziemlich nassen – Abschnitte mit einem Spachtel bearbeiten. Einfach den Spachtel möglichst flach ansetzen (um den Putz nicht zu zerstören – fragt mich nicht, woher ich das weiß…) und die Tapete abschieben. Übrigens: Grade bei Raufaser kann es sein, dass sich erstmal nur die oberste Schicht leicht lösen lässt und die Rückseite kleben bleibt. Da hilft nur eine zweite Runde, das geht dann aber wirklich flott…

Ein Wort der Warnung: Tapeten zu entfernen ist eine dreckige, nasse, anstrengende Arbeit. Wenn ihr den Boden nicht sowieso erneuern wollt, deckt ihn unbedingt gut und möglichst wasserdicht ab. Und lüftet gut – sonst steht ihr schnell im Dampfbad, und das mögen besonders alte Häuser nicht unbedingt.

Aber dann! Dann habt ihr wunderbar nackte Wände! Auch wenn es wirklich harte Arbeit ist und länger dauert, als man erwartet (und sich erhofft), lohnt es sich total.

Hier nochmal der direkt Vergleich – vor und nach dem Tapeten entfernen:

Habt ihr auch schon mal Tapeten entfernt? Habt ihr noch andere Tipps und Tricks auf Lager? Dann unbedingt her damit! Und vergesst nicht, mir bei Instagram zu folgen.

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